1.1 KiB
Erzähler und Ramona
Die Beziehung entsteht aus einem Tabubruch: Ramona begehrt den Freund ihrer Tochter, der Erzähler die Mutter seiner Freundin. Der Altersunterschied wird nicht mit Zahlen für Ramona präzisiert, aber durch ihre Rollen als Mutter eines erwachsenen Kindes und als verheiratete Frau deutlich markiert. Beide Beteiligten sind erwachsen.
Anfangs dominiert sexuelle Neugier. Mit der Zeit teilen sie Übernachtungen, Ausflüge, Tanz und Reiseerlebnisse. Der Erzähler bezeichnet die Verbindung rückblickend dennoch als „Freundschaft Plus“, nicht als offizielle Partnerschaft. Ramona erhält Aufmerksamkeit und Freiheit, während er Erfahrungen sammelt; eine gemeinsame Lebensplanung entwickeln sie nicht.
Die Verbindung bleibt auf Kosten anderer geheim, besonders auf Kosten Michelles. Als der Erzähler eine potenziell ernsthafte Partnerin kennenlernt, beendet er die Affäre. Ramona akzeptiert seine Entscheidung und lässt ihn nach einem letzten Treffen gehen. Die Nachricht von ihrem Tod verleiht der Erinnerung acht Jahre später eine tragische Bedeutung, ohne die früheren Entscheidungen nachträglich aufzulösen.